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Wir bauen eine Trocken-Trenn-Toilette fürs Wohnmobil

Fangen wir mit einem Thema an, dass unter Campern immer besprochen wird.

Unterwegs mit dem Wohnmobil trifft man häufig auf Gleichgesinnte. Man begegnet sich an wunderschönen Stellplätzen mitten in der Natur, auf Campingplätzen, in den Bergen oder am Strand und ich wage zu behaupten, dass man bei einem Gespräch früher oder später immer beim Thema „Klo“ landet.

  • Welche Toilette ist eingebaut?
  • Wie oft muss sie geleert werden?
  • Wer übernimmt den Job des Ausleerens?

Das ist doch alles Scheiße.

Wir hatten bislang eine normale Wohnmobil Kassetten-Toilette verbaut, welche, falls es euch interessiert spätestens nach drei Tagen geleert werden muss. Anfangs haben wir tatsächlich mit Chemikalien versucht den Geruch zu bekämpfen. Irgendwann sind wir dann auf Kupfersulfat umgestiegen und letztendlich haben wir gar nichts mehr rein gegeben. Es macht nämlich absolut keinen Unterschied, welches Mittelchen in die Toilette gegeben wird. Spätestens nachdem das Wohnmobil in Bewegung ist und somit auch der Inhalt der Toilette, stinkt es im Badezimmer so sehr, dass sich der Geruch während der Fahrt langsam bis ins Fahrerhaus vorzieht.

Die Entleerung dieser Kassette ist ein ganz besonderes Grauen. Nicht nur wegen dem Geruch, auch wegen den Versorgungsstationen, die häufig schmutzig und alles andere als einladend sind. Wenn der Inhalt erfolgreich in die dafür vorgesehene Klappe geleert ist, muss noch mit Wasser nachgespült werden. Dabei wird gehofft, dass keine Spritzer auf Hände, Kleidung oder Schuhe geraten.
Für mich (Natalie) das absolut Schlimmste am Leben im Wohnmobil.

Für uns ist klar, wir brauchen eine andere Lösung.
Da wir gerne länger autark stehen wollen und es unglaublich nervt, alle drei Tage eine Versorgungsstation aufzusuchen haben wir uns entschlossen, die Toilette umzubauen.

Wir bauen eine Trockentoilette ein

Nachdem wir sehr viele Gespräche über diese Thema geführt haben, sind wir zum Entschluss gekommen, es muss eine Trockentoilette werden.
Wir haben uns für eine Trenntoilette entschieden.

Hier wird das Flüssige vom Festen getrennt.
Denn nur die Mischung aus Beiden verursacht diesen Gestank, bei dem uns regelmäßig während der Fahrt schlecht wurde. Der im Urin enthaltene Ammoniak ist so hochaggressiv und lässt am Ende aus der Mischung Gülle entstehen.
Alles was für eine Trennung nötig ist, ist ein Einsatz, den wir im Internet bestellen.

Der Urin wird mit Hilfe eines Trichters und Schlauch in einen Kanister geleitet, den wir am Unterboden befestigen.
Die Fäkalien landen in einem Eimer. In den Eimer am besten einen Beutel spannen und nach jedem Geschäft mit Sägespäne oder Kleintierstreu abdecken. So wird die Geruchsbildung verhindert.
Hier noch ein Extra-Tipp den uns Freunde gegeben haben:
Das Streu mit z.B. Eukalyptus- oder Pfefferminzöl beträufeln. Dann riechst es noch besser 😉

Hier unsere Vorteile einer Trockentoilette

  • Es wird kein Wasser für eine Spülung benötigt.
  • Eine Trockentoilette ist umweltschonend, denn man braucht keine chemischen Zusätze.
  • Wir können länger autark stehen.
  • Wir sind nicht von Versorungs-Stationen abhängig.
  • Es stinkt nicht.

Wenn man ein Wohnmobil kauft, sind immer die Kassettentoiletten verbaut. Irgendwie können wir gar nicht nachvollziehen, warum sich diese Variante so durchgesetzt hat. Die Trenntoilette ist für uns ganz klar von größerem Vorteil.

Alternativen zum Selbstbau

Jetzt denkst du dir vielleicht, schön und gut, so eine Trockentrenntoilette wäre auch etwas für dich, du hast aber nicht das passende Werkzeug oder einfach nicht die Zeit dir eine selbst zu bauen. Zum Glück gibt es auch einige coole Komplettlösungen oder Bausätze im Internet.

Unten siehst du vier verschiedene Versionen von fertigen Trenntoiletten für Van und Wohnmobil, Bausatz und Trenneinsatz-Set. Mit einem Klick auf das jeweilige Bild kommst du direkt zum Anbieter.  Weitere Versionen findest du einfach auf der Website meinetrenntoilette.de.

Wer noch immer nicht überzeugt ist, für den haben wir als Schmankerl noch ein kurzes Video von Natalie beim entleeren der Kassettentoilette. Solche Szenen gehören zum Glück ab sofort der Vergangenheit an.

Ich hoffe ich konnte dir mit diesem Blog-Beitrag ein wenig Inspiration geben. Solltest du ebenfalls eine Trenn-Toilette gebaut haben freue ich mich über ein Bild oder Link zu deinem Exemplar in den Kommentaren.

Comments:

  • Lisa

    24. April 2020

    Gute Entscheidung, wir haben auch eine Trockentoilette eingebaut. Liebe Grüße

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  • Ulf

    24. April 2020

    Freu mich schon auf das Video.

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  • Marina

    24. April 2020

    Das mit dem Gestank ist sehr schön beschrieben 🤣 Hoffe ihr seid nun mit der Lösung zufrieden. Viele Grüß aus München Marina

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  • Ines

    24. April 2020

    Sehr schön geworden. Ich mag die Fliesentapete 😅👌

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  • Miriam Hopp

    28. April 2020

    Super Einblick ins Vanlife. Wir denken jetzt tatsächlich auch über einen Umbau nach.

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  • Janina

    9. Mai 2020

    Wir haben uns auch für eine Trockentoilette entschieden.

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  • Mady

    6. Juni 2020

    Hallo Familie Thumanns, wir sind die Hoffmanns seitSeptember 2019 mit unserem Wohnmobil unterwegs. Wir sind genau die entgegengesetzte Richtung gefahren. Polen, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Griechenland und jetzt in Albanien dem überraschendsten Land unserer Reise. Wir haben sicher ähnliche Gefühle durchlebt im März aber letztendlich sind wir glücklich in Albanien geblieben zu sein. Nun meine Frage vor allem an Nathalie. Wie hälst du es mit den sozialen Kontakten in Deutschland. Dabei interessiert mich die Art deiner Kommunikation, der Zeitaufwand, die Veränderungen seit Beginn der Reise und hast du selektiert? Ich würde mich freuen, eine Antwort zu bekommen und habe vollstes Verständnis, dass es seine Zeit dauert. Beste Grüße und bleibt gesund Mady und Familie

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  • Natalie

    24. August 2020

    Hallo Mady,
    Albanien steht bei uns auch noch auf der Liste. Derzeit sind wir in Griechenland und genießen es sehr. Kann sein, dass wir es ein paar Wochen mehr hier aushalten 😅 Ich habe kein Problem Kontakt zu meinen Freunden zu halten. Dafür sind die digitalen Medien doch ideal. Ich war schon nach meiner Schulzeit immer viel unterwegs. Ich habe ein paar sehr gute und langjährige Freunde. Liebe Grüße

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