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Meteora Monasteries

Nach Athen sind die Meteora-Klöster der meist besuchte Ort auf dem griechischen Festland.

2003 veröffentlicht die Band Linkin Park ihr zweites Album mit dem Namen Meteora. Nach ihrem Besuch der Meteora-Klöster, östlich des Pindos-Gebirges sind sie so fasziniert und lassen sich von der Bauweise inspirieren, die sich, so scheint es, der Schwerkraft widersetzt.

Es ist Ende August und wir kommen am Nachmittag bei den Meteora Klöstern an. Doch das dieser Ort ein Touristenmagnet ist, können wir zunächst nur schwer glauben. Freie Parkplätze, kaum Besucher in Restaurants oder auf dem nächsten Campingplatz. Die Straßen sind leer. Corona ist im ganzen Land spürbar, die Touristen bleiben aus, die Souvenirstände unbesucht.

Unsere Blicke richten sich fürs Erste gen Himmel. Wir legen die Köpfe in den Nacken und staunen. Die Meteora Klöster wurden im 11. Jahrhundert auf den höchsten aller Felsen erbaut und gehören zum UNESCO – Weltkulturerbe.

Wir bleiben nicht auf dem Campingplatz

Zunächst sind wir uns unsicher, ob wir einen Parkplatz an den Meteora Klöster finden, oder frei parken können. Doch als wir die Straßen entlang fahren und recht schnell feststellen, dass die Parkplätze wohl auch nicht mehr voll werden, parken wir an einem Aussichtspunkt und bleiben dort über Nacht. Wir wurden weder darauf angesprochen noch aufgefordert den Parkplatz zum Übernachten zu verlassen, wissen aber nicht, ob das generell so ist, oder ob es an den fehlenden Tourismus liegt.

Als wir unser Wohnmobil verlassen, können wir diese ganz besondere Atmosphäre sofort spüren. Jetzt gilt es, die Sinne auf Stille und Gelassenheit zu stellen. Beeindruckt stehen wir lange einfach nur so da und bestaunen die Klöster, die auf den hohen Felsen errichtet worden sind.

Was heute so einfach erreichbar ist, war damals harte Arbeit

Wir haben unser Wohnmobil direkt neben der asphaltierten Straße geparkt, die die Klöster miteinander verbindet. Taxis, Reisebusse, Autos rollen hier zu normalen Zeiten von morgens bis Abends die Straßen auf und ab. Zur Hauptsaison fahren die Reisebusse in Minutentakt die Klöster an.

Als die Mönche diese Klöster erbaut haben, hatten sie wohl eine ganz andere Absicht. Sie wollten abgeschottet und in Ruhe leben. Aber wie haben sie es damals nur geschafft, auf den teils 500 Meter hohen, glatten Felsen, die einst 24 Meteora Klöster zu errichten? Irgendwie unvorstellbar, aber dennoch war es ihnen damals möglich.

Heute führen viele, viele Treppen nach oben. So viele, dass wir zwischendurch mit den Kindern Verschnaufpausen einhalten. Doch die ersten Mönche, die sich dort oben angesiedelt haben, hatten keine Treppen. Sie haben alles mit Hilfe von Winden in die Höhe gezogen. Das gesamte Baumaterial und sogar sich selbst, oder sie nutzen Strickleitern. So haben sie über Jahre hinweg die Metora Klöster an den unmöglichsten Stellen erbaut.

Gegen 19.30 Uhr bekommen wir eine Ahnung davon, was hier normalerweise los ist

Wir stehen noch immer an diesem Parkplatz und freuen uns schon riesig auf den bevorstehenden Sonnenuntergang. Der Blick ins Tal ist wie aus einem Märchenfilm. Gerade sind wir fertig mit dem Abendessen, schnappen uns eine Flasche Rotwein, zwei Gläser und Knabbereien für die Kinder und uns, um uns das Naturschauspiel gemeinsam anzuschauen, da hören wir Motorengeräusche. Der erste Reisebus ist angekommen, gefolgt von weiteren kleinen Bussen und nach und nach hält auch ein Taxi an. Pünktlich um 19.30 Uhr kommen plötzlich so viele Menschen angelaufen, nicht selten in Highheels und machen sich bereit fürs Foto zum Sonnenuntergang.

Wir sind irgendwie völlig überfordert mit der Masse an Menschen, die da ankommen und bekommen einen Lachanfall. Wie naiv waren wir doch, zu glauben, wir könnten diesen Touristenmagnet bei Sonnenuntergang alleine genießen. Gegen 20.00 Uhr war es dann so weit, die Sonne ist hinter den Bergen verschwunden und ein magisches Licht legte sich um das Tal. Kurz darauf sind alle Menschen genauso schnell wieder verschwunden, wie sie gekommen sind. Wir sind die ganze Zeit über sitzen geblieben und haben uns zum Glück nicht abschrecken lassen. Denn als wieder Ruhe eingekehrt ist, konnten wir sogar den Klangbrettern der Mönche lauschen, die vorher in der Geräuschkulisse untergegangen sind. Ein absolut magischer Moment.

Besichtigung der Klöster

Insgesamt gibt es noch 18 Klöster, die zum Teil aber verfallen sind. Die sechs Hauptklöster sind für Besucher zugänglich.
Es wird ein Eintrittsgeld von 3 € pro Erwachsener berechnet. Kinder müssen nicht bezahlen. Wenn man die Klöster betritt, sollte man aus Respekt vor der Kultur und dem Glauben sich passend kleiden. Schultern und Knie sollen bedeckt sein, Frauen sollten einen Rock in entsprechender Länge tragen. Wer keinen Rock hat, bekommt am Eingang ein langes Tuch zur Verfügung gestellt, dass während des Aufenthalts umgebunden wird.

Vorab haben wir gelesen, dass so ein Besuch bei den Meteora Klöstern nicht unbedingt ein Vergnügen ist. Viele Menschen, viel Lärm und nicht selten fallen die Menschen, nicht wegen des Weihrauches in Ohnmacht, sondern wegen Sauerstoffmangel in den winzigen Kapellen. Wir haben es zum Glück ganz anders erlebt (bis auf die sunset-rush-hour) und blicken auf einen absolut magischen Ort zurück. Voller Stille und ein bisschen märchenhaft.

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