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Foto- und Film-Ausrüstung für Reisen

Du fragst dich welche Film- oder Fotoausrüstung du auf Reisen mitnehmen sollst? Hier stelle ich dir mein Equipment vor.

Wer auf eine Reise geht, möchte die Erinnerungen und Momente natürlich auch festhalten. Das Problem ist meist, was nehme ich tatsächlich mit? Welche Kamera? Welche Objektive? Welches Zubehör. Das Equipment sollte so leicht wie möglich sein, trotzdem will man für alle Eventualitäten gerüstet sein. Reicht ein Smartphone, oder muss doch die große Spiegelreflex Kamera mit ins Gepäck? Eine Drohne? Ein Gimbal? Welches Zubehör ist noch nötig? In diesem Beitrag will ich dir meine Film- und Fotoausrüstung vorstellen, mit welcher wir seit einem Jahr durch Europa unterwegs sind und sowohl filmisch als auch fotografisch festhalten.

Ich habe mich dazu entschieden die Fotoausrüstung so “minimalistisch” wie möglich zu halten, trotzdem will ich auf die Qualität einer DSLR nicht verzichten. Mein gesamtes Equipment inkl. Drohne passt in zwei kleine Fototaschen. Hier erfährst du mehr über deren Inhalt.

Themenübersicht dieses Blog-Artikels

Wenn du speziell zu den einzelnen Bestandteilen der Foto- und Fimausrüstung Informationen suchst, kannst du hier zu den entsprechenden Abschnitten springen:

Diese Kameras nutze ich auf Reisen

Wie Eingangs schon erwähnt liebe ich meine Spiegelreflexkamera, eine Nikon D610 Vollformat-Kamera. Es ist zwar schon ein älteres Modell und sie bietet noch nicht die Möglichkeit Videos in 4k aufzunehmen,  doch die Bildqualität ist exzellent, gerade in Verbindung mit den entsprechenden Objektiven.

Vor der Reise hatte ich noch überlegt auf eine Kompaktkamera wie der Sony CyberShot RX10 IV oder einer Fuji X-T30 umzusteigen, doch immer wieder hätte ich einen Kompromiss eingehen müssen (Brennweite, Lichtstärke…), für welchen ich nicht bereit war. Daher schleppe ich doch meist noch meine schwere Vollformat mit mir rum.

Neben der DSLR, haben ich eine DJI OSMO ACTION, also eine Action-Camera, die hauptsächlich zum Filmen verwendet wird. Sei es jetzt beim Biken, Surfen oder einfache und schnelle YouTube-Videos. Die Osmo Action bieten eine super Video-Qualität, ist wirklich kinderleicht zu bedienen und bis zu 5 Metern wasserdicht. Daher wahrscheinlich auch die meist genutzte Cam bei uns auf Reisen.

Was bei uns unterwegs auf Reisen auf keinen Fall fehlen darf, sind die beeindruckenden Luftaufnahmen von den verschiedenen Locations. Dafür habe ich eine neue DJI Mavic AIR 2 welche sehr kompakt ist und trotzdem eine hervorragende Bildqualität bietet.

Und schlussendlich verwende ich ein Huawei Mate 20 Pro Smartphone für schnelle Bilder und Videos. Die Smartphones derzeit werden immer besser und ich war tatsächlich auch kurz davor einen radikalen Schritt zu gehen und nur das Smartphone mit einzupacken. Allerdings bieten Smartphones bei wenig Umgebungslicht oder schnellen Bewegungen noch nicht annähernd die Qualität einer echten Kamera.

Diese Objektive benutzen ich auf Reisen

Bei den Objektiven habe ich eine Auswahl zusammengestellt, um für jede Situation gerüstet zu sein. Sei es für ein Bild bei schlechten Lichtverhältnissen im Wald oder der Abenddämmerung, bei sportlichen Action-Aufnahmen oder für Lifestyle-Fotos.

Die meiste Zeit verwende ich an der Nikon D610 ein sehr hochwertiges und lichtstarkes Nikon AF-S NIKKOR 24 mm 1.4 G ED. Das Objektiv bietet viel Gestaltungsfreiheit bei aller Art von Fotos.

Um ein Motiv auch mal näher heranzuholen ist im Equipment auch ein Zoom-Objektiv mit bis 28-200 mm Brennweite. Das wird ergänzt durch ein Ultra-Weitwinkel Objektiv mit 14 mm Brennweite um in Gebäuden und Höhlen genügend im Bild einfangen zu können.  Und last but not least ein 50 mm Portrait-Objektiv welches eben meist auch für Portrait-Fotos verwendet wird.

Leichte und kompakte Stative für Reisen

Was das Stativ angeht, so habe ich für die DSLR ein Cullmann Concept One 622t. Das Stativ bietet genügend Stabilität und Höhe, ist aber vom Packmaß und Gewicht noch im Rahmen um auch auf längeren Touren mitgenommen zu werden.

Für die DJI Osmo Action und als Selfie-Stick hab ich zudem einen super kompakten Joby Telepod, der sogar in der Hosentasche Platz hat.

Ein Gimbal ist ein Must-Have für Reisefilme

Unsere Abenteuer auf Reisen filme ich so oft wie möglich. Meist verwende ich dafür die DJI OSMO Action und das Smartphone. Die Osmo hat bereits eine sehr gute Stabilisierung eingebaut, beim Smartphone ist aber auf jeden Fall ein Gimbal notwendig. Ich habe mich hier für ein Zhiyun Smooth 4 Gimbal entschieden. Zusammen mit der App Filmic Pro meiner Meinung nach eine unschlagbare Kombination, wenn man für wenig Geld, hochwertige 4K Videos filmen will.

Welche Kamera und Foto-Filter sind auf Reisen sinnvoll

Filter besitze ich sowohl für die Spiegel-Reflex-Kamera als auch für die Drohne. Wer die DJI Mavic AIR 2 als FlyMore Combo kauft, hat bereits ein Set mit 3 ND-Filtern mit im Set. Diese sind gerade fürs Filmen bei Sonnenschein sehr hilfreich, da man dadurch die Verschlusszeit verlängern kann z. B. auf unter 1/120s bei 30 FPS was zu einem smootheren Video führt.

Bei der DSLR habe ich drei verschiedene Filter im Einsatz:

Ebenfalls einen ND-Filter um z. B. Aufnahmen mit Wasser “fließend” darstellen zu können. Hier empfehle ich einen ND400 oder sogar einen ND1000, es gibt auch Variable ND-Filter, diese sind aber meist sehr teuer oder bieten nicht die entsprechende Qualität.

Als zweiten Filter habe ich einen Circular-Pol-Filter mit im Gepäck. Mit diesem kann man Spiegelungen (z.B. in Fenstern und Wasseroberflächen) brechen oder verstärken und den Kontrast im Himmel erhöhen.

Als letztes ist noch meist ein UV-Filter auf dem Objektiv, einfach um das Objektiv an sich vor Schmutz und Kratzern schützen und das UV-Licht (Blau-Stich in Fotos) zu minimieren.

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CPL-Filter im Einsatz

Gut verpackt - die richtige Fototasche auf Reisen

Erst letztens stand ich vor der Entscheidung eine neue Kamera-Tasche zu kaufen. Dabei war es mir wichtig, dass die gesamte Ausrüstung Platz hat, bzw. Drohne und Kamera auch in einer Tasche Platz haben. Nach langer Recherche und vergleichen habe ich mich für eine Manfrotto Manhattan Speedy 10 entschieden.

In die Tasche passen Wahlweise DSLR + 3 Objektive und Gimbal oder Kamera mit einem Objektiv + Drohne, Fernsteuerung und Ersatzakku. Zusätzlich lässt sich am Boden der Tasche noch das Stativ befestigen. Die Tasche ist jetzt zwar kein optisches Highlight aber was die Anforderungen angeht optimal und dabei noch ziemlich robust und qualitativ hochwertig.

Immer Einsatzbereit - die richtigen Ladegeräte auf Reisen

Ladegeräte sind immer so ein Thema beim Reisen. Sie nehmen viel Platz ein und fast jedes Gerät hat sein eigenes Ladegerät. Wir sind deshalb dazu über gegangen alles mit einem USB-Ladegerät und den entsprechenden Adaptern zu laden.

Im Wohnmobil haben wir zudem das Problem, dass nur begrenzt Energie zur Verfügung steht. Wir haben eine 120 Ah Batterie und wenn man Laptop, Drohne, Kameras und Smartphones aufladen will, ist die Batterie dann doch recht schnell schlapp. Vor allem da regulär die 12V aus der Batterie erst auf 230V hochgeregelt werden müssen um dann an den entsprechenden Ladegeräten wieder auf 12V bzw. 5V heruntergewandelt zu müssen. Dabei geht schon ein beachtlicher Teil der Energie verloren. Um das zu umgehen haben wir eine USB und 12 V Steckdose verbaut, und können dementsprechend die Geräte direkt laden (ohne Wandlungsverluste).

Folgende Produkte haben wir hierfür verwendet:

USB 12V Steckdose

12V Ladegerät für MacBook Pro, Iphone und andere Smartphones

Magnetisches USB Kabel 3 in 1

USB-C zu MacBook Pro (Magsave2) Adapter

12 V Ladekabel für DJI Mavic Air 2

Der gute Ton - Welches Mikrofon ich auf reisen verwende

Für den richtigen Ton bei Interviews oder für unsere YouTube-Videos verwenden wir zwei verschiedene Mikrofone. Einmal ein Aufsteck-Mikrofon für die Nikon D610, und ein externes Mikrofon für das Smartphone von Rode. Oft verwenden wir aber tatsächlich auch den Ton der DJI Osmo Action, da die Action Cam gerade bei Outdoor-Aufnahmen die Hintergrundgeräusche hervorragend herausfiltert.

Für den professionellen Selfie - die Funkfernbedienung für Reisekameras

Was bringen einem Familienfotos, wenn einer aus der Familie meist hinter dem Auslöser sitzt? Viele von euch kennen sicher auch die nervigen Situationen, dass sich alle vor der Kamera platzieren, der Auslöser gedrückt wird… 10, 9, 8, 7 – man rennt ebenfalls noch schnell ins Bild – 6, 5, 4, 3 – jemand schaut nicht in die Kamera – 2,1,0 – Klick und wieder von vorne, weil das Bild nichts geworden ist.

Darum habe ich für die Nikon einen Funkauslöser immer mit im Gepäck. Das Praktische an dem Teil, es  funktioniert auch noch bei 20-30 Metern Entfernung. Somit sind “Selfies” mit der ganzen Familie kein Problem mehr. Ich hab die Fernbedienung auch oft im Einsatz, wenn ich alleine Biken gehe und von mir selbst mal ein Foto schießen will 🙂

Die wichtigsten Apps und nützliche Software zum Filmen und bearbeiten auf Reisen

Fotos und Videos schießen ist das Eine, die Bearbeitung und der Schnitt das Andere. In diesem Abschnitt will ich dir einen groben Überblick geben mit welcher Software und mit welchen Apps ich einen optimalen Workflow gefunden hab.

Um etwas mehr Struktur zu behalten, will ich zwischen Film und Foto unterscheiden.

Bei Filmen ist es relativ einfach. Alle Clips (4K) werden zuerst auf den Laptop bzw. eine Externe Festplatte übertragen. Oft filme ich bereits mit dem Smartphone, hierfür benutze ich die App Filmic Pro welche sowohl für IOS und Android verfügbar ist. Die App lässt einen Belichtung, Verschlusszeit, Bildrate und viele weitere Details manuell anpassen, zudem lässt sich über die App auch der Zihun Smooth 4 Gimbal steuern bzw. Vice versa.

Videobearbeitung mit dem Smartphone besonders bei 4k-Material ist noch relativ langsam und zudem sehr speicher-intensiv. Daher schneide ich alle Videos auf meinem MacBook Pro mit Davinci Resolve von Black Magic. Das ist ein kostenloses Schnitt- und Post-Processing Programm mit ähnlichem Umfang wie Adobe Premiere oder Final Cut Pro. Sehr hilfreich in Davinci Resolve ist, dass man mit sogenannten Proxy-Dateien arbeiten kann. Das sind kleine Klone der 4K-Videos welche sich auch bei älteren Computern flüssig schneiden lassen.

Werden Videos für Instagram verwendet, nutze ich die App Video-Splitter oder Story Cutter um ein Video jeweils nach einer Minute zu teilen (nötig um Stories hochzuladen).

Bei Fotos kommt es drauf an mit welchem Gerät diese Aufgenommen wurden. Grundsätzlich versuche ich alle Fotos im Raw-Format zu schießen, da man hier einen deutlich höheren Dynamik-Umfang hat, was mehr Spielraum beim Post-Processing erlaubt. Raw-Fotos werden dann zuerst mit Camera-Raw entwickelt und ggf. mit Photoshop bearbeitet. 90 % der Fotos gehen bei mir aber tatsächlich nur über Camera-Raw. Hier kann man sich auch eigene Presets anlegen um ein durchgehendes “Stimmungsbild” bei mehreren Fotos zu erzeugen. Wer nicht das Geld für ein Adobe Photoshop hat, bzw. keine monatlichen Lizenzgebühren zahlen will, dem empfehle ich Affinity Foto. Eine kostengünstige Alternative mit ähnlichem Leistungsumfang.

Werden die Fotos auf Instagram gepostet, müssen sie erstmal vom Mac auf das Smartphone. Um unsere Postings zu planen und vorzubereiten benutzen wir Trello. Darin werden dann auch die entsprechenden Fotos übertragen.

Sollte mal ein Foto direkt auf dem Smartphone bearbeitet werden, nutze ich hierfür Snapseed. Das ist ebenfalls eine kostenlose Google-App, die sowohl für Android als auch IOS verfügbar ist.

Für die Drohne habe ich noch weitere Apps im Einsatz. Neben der Standard-App von DJI zur Steuerung verwende ich die Drohnen App der deutschen Flugsicherung (DFS), um zu schauen, ob man in dem jeweiligen Gebiet auch fliegen darf. Diese gilt nur für Deutschland, aber auch in anderen Ländern erhält man eine solche App. Eine weltweite Übersicht bietet zum Beispiel die AirMap.

Fazit

Du siehst, es ist trotzdem ein Haufen Zeug das ich mit rumschleppe. Und wie jeder Techniknerd erwische ich mich immer wieder dabei zu überlegen ob es nicht doch was  neueres, besseres, kleineres oder reisetauglicheres gibt. In absehbarer Zeit werde ich allerdings bei der Ausrüstung bleiben, da ein System-Umstieg gerade was die Nikon betrifft doch immer ins Geld geht. Aber man darf am Ende des Tages ja auch mal seine Wunschvorstellungen äußern. Daher will ich dir folgend mein ultimatives Wunsch-Reise-Foto- und -Filmequipment vorstellen. Also was ich mir kaufen würde, wenn ich noch nichts hätte 🙂

Wunschliste - meine ultimatives Reise-Foto-Ausstattung

  • Smartphone – Huawei P40 Pro mit vollem Google Zugang
  • Kamera – Nikon DL 18-50 (wurde leider nie produziert)
  • Gimbal – Zhiyun Crane M2
  • Drohne – DJI Mavic Pro 2

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